Absolute No-Gos – Mach diese Dinge nicht in Südkorea!

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Zwischen europäischen Ländern gibt es zwar auch einige kulturelle Unterschiede, aber die meisten davon sind nicht so gravierend wie die Unterschiede zwischen Deutschland und Südkorea. Daher solltest du dich, bevor du dorthin in den Urlaub oder auf Geschäftsreise fliegst, über die Unterschiede informieren, um vermeidbare Missverständnisse zu verhindern.

Wenn du verstehen möchtest, warum sich Südkorea so sehr von Deutschland unterscheidet, worin genau die kulturellen Unterschiede bestehen und warum sie existieren, bist du hier genau richtig! Ich verrate dir sogar, was du in Korea auf keinen Fall tun solltest! Von Fettnäpfchen, No-Gos und Tabus in Korea…

Gerade, wenn du Lieder von K-Pop Bands hörst und denkst, du wüsstest schon alles über Korea, solltest du diesen Artikel lesen. Südkorea ist schließlich weit mehr, als K-Pop oder das Alphabet Hangeul.

Der Einfluss des Konfuzianismus

Korea ist aufgrund des Einflusses von China sehr durch den Konfuzianismus geprägt und die damit verbundene Lebens- und Denkweise. Du hast vielleicht schon einmal beobachtet, dass sich Koreaner voreinander verbeugen und älteren oder übergeordneten Menschen mit erheblich mehr Respekt entgegentreten, der schon fast an Unterwürfigkeit erinnert.

Das alles hat mit dem Konfuzianismus zu tun. Dieser verwurzelte sich um 372 n. Chr. in der koreanischen Kultur und schwächte erst aufgrund des Austausches mit der westlichen Welt im Laufe der Jahre ab. Heutzutage üben nur noch vereinzelte Leute in Südkorea den Konfuzianismus als Religion aus, jedoch bleibt der Einfluss auf die koreanische Kultur bestehen.

Konfuzius Statue
Konfuzius hat bis heute kulturellen Einfluss auf Länder in ganz Asien. Japan, China und auch Südkorea sind von ihm geprägt.

Um besser zu verstehen, wie die Werte und Ideale dieser alten Denkweise Südkorea auch heute noch prägen und beeinflussen, ist es sinnvoll einen Blick auf die ursprüngliche Lehre Konfuzius‘ zu werfen.

  1. Jen – Bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie Herzensgüte und bezieht sich darauf, die Würde eines jeden Menschen zu achten und ihm stets höflich und mit Respekt entgegenzutreten. Einfühlungsvermögen und Selbstlosigkeit sind daher Charaktereigenschaften mit hohem Stellenwert.
  2. Chun Tzu – Dieser Ausdruck beschreibt einen ausgeglichenen und selbstlosen Menschen, der nicht von seinen Idealen abweicht. Er glaubt daran, dass eine friedvolle Welt aus Menschen mit Herz und Güte besteht und möchte anderen helfen, auch das Chun Tzu, den Ausgleich und das Glück, zu erreichen.
  3. Li – Dieses Ideal beschreibt das richtige Verhalten. Um ein ausgeglichenes und zufriedenes Leben zu führen ist es wichtig Balance und Maß zu finden. Außerdem spielt der Umgang mit der Familie und insbesondere mit älteren Menschen eine große Rolle.
  4. Te – Dieser chinesische Ausdruck kann mit Macht oder Kraft übersetzt werden und bezieht sich auf die Werte, die ein guter Anführer vertreten sollte. Konfuzius charakterisiert einen guten Anführer als ehrliche Person, die stets das Wohlergehen der Leute, die er leitet, im Sinn hat. Daher folgen die Menschen ihm freiwillig und gerne.
  5. Wen – Kunst schleift den Charakter des Menschen. Dabei ist es egal, ob es sich um Verhaltenskunst oder bildliche Kunst handelt. Der Mensch wird von Kunst beeinflusst, geformt und entwickelt sich durch sie weiter.

Uns Deutschen ist Selbstlosigkeit und Empathie auch ein Begriff und auch wir leben nach gesellschaftlichen Idealen, die dem Konfuzianismus in Teilen ähneln. In unserem Grundgesetz ist zum Beispiel fest verankert, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und in jedem Fall geachtet werden muss.

Was uns aber maßgeblich von den Koreanern unterscheidet, ist die Interpretation von Jen und Li. Respekt, besonders gegenüber älteren Menschen, ist ein unantastbares konfuzianistisches Ideal, welches sich im modernen Konfuzianismus durch die verschiedenen Höflichkeitsformen bemerkbar macht.

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Koreanische Höflichkeitsformen

Die deutsche Höflichkeitsform Sie wird verwendet, um unbekannte, ältere oder höhergestellte Personen anzusprechen. In der koreanischen Sprache gibt es viele verschiedene Höflichkeitsformen, die an den Namen einer Person angehangen werden, um auf ihr Alter oder ihren sozialen Status zu deuten.

Richtig lernst du sie mit den passenden Grammatik-Lehrbüchern. Die wichtigsten Höflichkeitsformen stelle ich dir jetzt vor:

  • Ssi (씨) – Diese Silbe kann man an den Namen von Fremden oder nur flüchtigen Bekannten anhängen. Damit drückt man aus, dass der Ansprechpartner auf derselben oder einer höheren sozialen Ebene ist.
  • Oppa (오빠) – So spricht man als Mädchen einen älteren (aber nicht viel älteren) Jungen an. Der Ausdruck kann innerhalb einer Familie auch als Anrede für einen älteren Bruder verwendet werden.
  • Hyung/Hyeong (형) – Als Junge spricht man so einen älteren (aber nicht viel älteren) Jungen an. Innerhalb einer Familie kann ein Junge seinen älteren Bruder so ansprechen.
  • Unnie/Eonni (언니) – Verwendet wird der Ausdruck von Mädchen, um ein älteres (aber nicht viel älteres) Mädchen anzusprechen. Es ist das weibliche Gegenstück zu Oppa, denn so kann man auch seine ältere Schwester ansprechen.
  • Nuna/Noona (누나) – So nennen Jungen ihre ältere Schwester oder ein älteres (aber nicht viel älteres) Mädchen.
  • Samchon (삼촌) – Männer, die zu alt sind, um als Oppa oder Hyung bezeichnet zu werden, können Mädchen und Jungen gleichermaßen so ansprechen.
  • Imo (이모) – Das weibliche Äquivalent zu Samchon ist Imo. So sprechen Jungen und Mädchen eine Frau an, die zu alt ist, um als Unnie oder Noona bezeichnet zu werden.

Höflichkeitsformen sind in der koreanischen Sprache also äußerst wichtig! In dem vom Konfuzianismus geprägten Land wird sehr viel Wert darauf gelegt, Ältere mit der richtigen Höflichkeitsform anzusprechen und es gilt als unhöflich und respektlos, sie nicht zu verwenden.

Auch, wenn der Einfluss dieser alten Philosophie mit der Zeit abgeschwächt ist, sind die Höflichkeitsformen noch immer ein fester Bestandteil der koreanischen Sprache und Kultur und aus dem Alltag nicht wegzudenken.

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Dinge, die du in Korea besser nicht tun solltest!

Um dir zu zeigen, wie genau der Konfuzianismus Einfluss auf die koreanische Kultur und das Verhalten der Südkoreaner hat, zähle ich dir 14 Dinge auf, die du auf keinen Fall in Südkorea tun solltest.

In Bars und Restaurants

Die richtige Reihenfolge

Fange nicht als erster an zu essen. Warte, bis die älteste Person oder derjenige, der zum Essen eingeladen hat, mit dem Essen beginnt. Erst dann solltest du auch anfangen.

Ablegen der Essstäbchen

Bloß nicht mit den Essstäbchen spielen und schon gar nicht vertikal in dein Essen stecken. Das symbolisiert nämlich den Tod und kann den Koch, der das Essen zubereitet hat, unter Umständen verärgern.

Stirbt ein Angehöriger, wird eine Schale Reis zubereitet. Dann werden Essstäbchen senkrecht hineingesteckt. Die Schale wird dann auf eine Totentafel eines Altars gestellt. Den Anblick eingesteckter Stäbchen verbinden die Koreaner daher mit dem Tod. Japaner und Chinesen übrigens auch.

Trinkgeld geben

Du solltest in Bars und Restaurants kein Trinkgeld geben. Das ist in Korea nicht üblich und kann als Beleidigung aufgefasst werden.

Die Bezahlung

In Korea wird im Restaurant nicht am Tisch bezahlt. Dazu musst du selbst zur Kasse gehen und dort bei einem Kellner bezahlen.

In der Öffentlichkeit

Das Naseputzen

In der Öffentlichkeit seine Nase zu putzen, gilt in Korea als unhöflich. Mache dies am besten auf einer Toilette. Wenn es natürlich gar nicht anders geht, kannst du deine Nase auch in der Öffentlichkeit putzen. Tupfe mit einem Taschentuch möglichst lautlos deine Nase ab und vermeide es dabei laute Geräusche zu machen.

Höfliches Ablehnen

In Korea ist es nicht üblich jemandem direkt Nein zu sagen, denn das ist unhöflich. Wenn dich zum Beispiel jemand zum Essen einlädt, du aber keine Zeit oder Lust hast, antworte auf seine Einladung stattdessen mit „Es tut mir leid, ich habe keine Zeit“, um ein direktes Nein zu vermeiden.

Ohne Zuneigung & Zärtlichkeit

Zuneigung in der Öffentlichkeit zu zeigen ist in Korea unüblich. Deinen Partner ständig zu küssen, umarmen oder zu schmusen solltest du daher in der Öffentlichkeit vermeiden. Händchenhalten ist aber (mittlerweile) völlig in Ordnung!

Bitte nicht rauchen

In der Öffentlichkeit zu rauchen ist in Korea nicht erlaubt und zudem gehört es sich nicht. In Restaurants oder an Bushaltestellen ist es verboten zu rauchen. Du kannst das aber ungestört in einer Seitenstraße tun.

Geben & Nehmen mit Respekt

Wenn dir jemand etwas übergibt oder schenkt, nehme es nicht wie hier üblich mit einer Hand an. Stattdessen solltest du Geschenke, aber auch das Kleingeld an einer Kasse immer mit beiden Händen annehmen. Gleiches gilt auch für Visitenkarten und ähnlichem.

Übrigens gilt diese Regel nicht nur, wenn du Dinge nimmst, sondern auch, wenn du Dinge abgibst, wie z.B. die Bezahlung nach dem Essen.

Tattoos schädigen Ansehen

Tattoos sind in Korea nicht gerne gesehen und werden als unprofessionell abgestempelt. Koreaner sind was das angeht, sehr voreingenommen und bilden sich über Leute mit Tattoos noch vor dem Kennenlernen eine (wahrscheinlich eher negative) Meinung. Um dem entgegenzuwirken, kannst du deine Tattoos verdecken. Junge, modernere Leute sind dem natürlich schon etwas offener gegenüber.

Nicht zu freizügig

Ebenso verpönt sind freizügige Oberteile. Daher solltest du tief ausgeschnittene oder kurze Tops ohne Arm vermeiden. Kurze Hosen und Röcke sind jedoch geradezu ein Fashion-Statement und sind in Korea kein Problem.

Gegenüber älteren Menschen

Niemals streiten

Fange niemals Streit mit einer älteren Person an. In Korea wird sehr viel Wert darauf gelegt ältere Menschen zu respektieren und daher solltest du dich nicht über jemanden beschweren oder aufregen, der älter ist als du.

Nicht zu sehr starren

Ständigen Augenkontakt solltest du vor allem Älteren oder übergeordneten Personen vermeiden. Dies gilt nämlich als arrogant und respektlos.

Die Sitzplatzordnung

Setzte dich nicht auf die reservierten Plätze in der U-Bahn. Es gibt speziell gekennzeichnete Plätze, die für ältere Leute reserviert sind und auch pinke Sitze, die für schwangere Frauen freigehalten werden. Auch wenn du eine lange Reise hinter dir hast und dies die einzigen freien Plätze sind, solltest du dich auf keinen Fall dort hinsetzten.

U-Bahn in Südkorea
Setze dich in Südkorea auf keinen Fall auf Plätze, die für bedürftige Menschen gedacht sind. Auch, wenn sie im Moment vielleicht nicht besetzt sind, gilt dies trotzdem als unhöflich.

Fazit: Sei offen für neue Erfahrungen

Indem du versuchst, die Werte, Ideale und Traditionen auf deiner nächsten Reise nach Südkorea nicht nur zu respektieren, sondern auch zu verstehen, wirst du sehr viel mehr über das Land und seine Leute lernen, als es selbst in guten Koreanisch-Lehrbüchern oder in Hörbüchern zum Koreanisch lernen vermittelt wird.

Der tiefere Einblick in den Konfuzianismus erklärt viele koreanische „Eigenarten“, die uns in Deutschland fremd sind. Das Schöne daran in ein anderes Land zu reisen, besteht darin eine neue Kultur kennen- und vielleicht auch lieben zu lernen. Dafür musst du nicht viel mehr tun, als dich auf etwas Neues einlassen und den Menschen, die du triffst, höflich und respektvoll gegenübertreten.

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