Studium in Korea

In Korea studieren

Studium in Südkorea

Immer mehr Deutsche entscheiden sich für ein Studium im Ausland. Die meisten entscheiden sich für Österreich, die Niederlande, Großbritannien oder die Schweiz. Aber auch Asien wird immer beliebter. So hat beispielsweise China inzwischen Frankreich überholt und ist somit auf Platz sechs der fremden Länder mit den meisten Deutschen Studierenden. Auslandsstudenten in Südkorea werden auch immer mehr. In nur zehn Jahren ist die Anzahl der ausländischen Studenten in Korea um 70.000 gestiegen. Die Anzahl beträgt nun über 100.000 Studenten. Als Ziel für das Jahr 2020 will die Regierung die 200.000er Grenze durchbrechen. Ein Studium im Ausland macht ohnehin viel Sinn, wenn man in Zukunft in dem Land auch arbeiten möchte.

Falls du dich für Korea entscheidest, hast du die Qual der Wahl. Es gibt unzählige koreanische Universitäten, die allesamt gute Plätze im Ranking aufweisen. Eine Liste der koreanischen Universitäten ist hier zu finden. Aber was sind eigentlich die Vorteile an einem Studium in Korea?

Gründe für ein Studium in Korea

  • Lerne Koreanisch. Für die meisten Auslandsstudenten ist sicherlich das Erlernen der Fremdsprache das Hauptargument eines Auslandsstudiums. Es gibt zwar auch hierzulande viele gute Bücher zum Koreanisch lernen, aber in den Sprachkursen der jeweiligen Universitäten kann man natürlich am besten die Sprache lernen. Außerdem hilft das alltägliche Umfeld ebenso dabei sich die Sprache viel schneller, als in Deutschland anzueignen.
  • Die Kultur Südkoreas. Die koreanische Kultur hat eine mehr als 3.000-jährige Geschichte vorzuweisen. Das Besondere ist, dass sie Einflüsse aus ganz Asien aufgenommen hat. Besonders geprägt wurde sie durch Japan und China. Heutzutage ist sie ebenso stark durch den Westen geprägt. So sind beispielsweise ¼ aller Südkoreaner Christen. In den letzten Jahren hat sich die Kultur stark gewandelt. Filme, Fernsehserien, Kleidung und Popmusik sind ein wichtiger Bestadteil der Kultur geworden und in ganz Asien berühmt.
  • Hohe Chance auf einen guten Job. Da man nicht nur eine kurze Zeit durch Korea reist, sondern als Austauschstudent eine gewisse Zeit dort lebt, bekommt man einen sehr guten Einblick in die Kultur und das alltägliche Leben. Dies hilft, dass man Land und Leute besser verstehen wird. Man lernt flexibel mit veränderten Situationen umzugehen, was gerade Arbeitgeber schätzen. Diese interkulturellen Kompetenzen sind bei internationalen Firmen sehr gefragt.
  • Entwicklung deiner Persönlichkeit. Da man in der Regel alleine ein Auslandsstudium absolviert, muss man lernen sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Das fördert das eigene Selbstvertrauen und man lernt Probleme selbstständig zu lösen.
  • Das Niveau des koreanischen Bildungssystems. Bildung besitzt in Südkorea einen hohen Stellenwert. Schon im frühen Alter lernen Kinder bis in die späten Abendstunden, denn später bestimmt der Bildungsstand den sozialen Status. Neben den Schulen haben auch die Universitäten einen grandiosen Ruf. Wer in Korea studiert, kann sich also sicher sein, dass er eine überragende Qualität der Ausbildung bekommt.
  • Internationale Kontakte und Freundschaften. Da viele koreanische Universitäten international ausgerichtet sind, kann man sich sicher sein, dass man auf viele Stundenten unterschiedlichster Herkunft trifft. Neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen ist also gar kein Problem. Auch die Koreaner an sich sind sehr kontaktfreudig.
  • Die Küche Koreas. Wie bei eigentlich allen asiatischen Ländern, basieren auch in Korea die meisten Gerichte auf Reis. Dennoch ist die koreanische Küche an sich sehr vielfältig. Das kann man allein schon anhand der verschiedenen Zubereitungsarten von Kimchi erkennen. Jede Region hat ihre eigene Art. Man sagt sogar, dass man die Herkunft der Familie anhand des von ihr zubereiteten Kimchis herausschmecken könne.

Allgemeine Infos zum Studium

In Korea sind der Januar und der Februar vorlesungsfrei. Der Juli und August ebenso. Das Frühlingssemester dauert von März bis Juni und das Herbstsemester von September bis Dezember.

In den Vorlesungen herrscht normalerweise Anwesenheit. In die Note zählen die Mitarbeit, ein Referat und das Mid-Term und Final Exam. Entsprechend der prozentual erfüllten Kursanforderungen vergeben sich die folgenden Noten:

  • A+ (100-95%)
  • A0 (94-90%)
  • B+ (89-85%)
  • B0 (84%-80%)
  • C+ (79%-75%)
  • C0 (74%-70%)
  • D+ (69%-65%)
  • D0 (64-60%)

Es ist üblich, dass in Korea eine Note innerhalb eines Kurses in der Anzahl limitiert ist. So könnte es z.B. sein, dass generell nur zwei mal die Note A+ vergeben wird.

Wichtig zu wissen ist, dass die Höhe der Studiengebühren die Qualität und somit das Ansehen der Uni widerspiegeln. Die Höhe Studiengebühren werden von folgenden drei Faktoren bestimmt:

  1. Welche Universität?
  2. Welches Fach?
  3. Welches Semester?

Sozialwissenschaften sind zum Beispiel günstiger als etwa Medizin oder Musik. Außerdem bezahlt man am Anfang des Studiums mehr, als zum Ende hin. An der Seoul National University zahlt man z.B. im ersten Jahr in BWL zirka 1.900€ und im vierten nur noch rund 1.600€.

Wie stehen die Chancen?

Der einfachste Weg an einer südkoreanische Uni zu studieren, ist es über ein Partnerschaftsprogramm der heimischen deutschen Hochschule. Das Prozedere wird damit erleichtert und auch die Studiengebühren entfallen. Wer also schon in Deutschland eingeschrieben ist, sollte sich bei seiner Universität darüber informieren.

Wer nicht bereits eingeschrieben ist, muss sich selber um einen Platz bei einer koreanischen Uni bewerben. Laut DAAD (wiki) wird sich in den nächsten Jahren die Zahl der Studienanfänger um ca. 20% reduzieren. Dies übt enormen Druck auf die koreanischen Bildungseinrichtungen aus, sodass sie versuchen die fehlenden Zahlen durch internationale Studierende auszugleichen. Damit entgehen sie der Gefahr schließen oder mit anderen Unis fusionieren zu müssen. Als Ausländer bedeutet dies, dass sich die Chancen auf ein Studienplatz in Korea in nächster Zeit weiter erhöhen werden. Außerdem ist es bekannt, dass die Universitäten teilweise sehr großzügig bei der Stipendienvergabe sind, was die Chancen noch weiter erhöht.

Liste der Stipendien

[eapi type=small keyword=1500600385 product_title=”Erfahrungsbericht: Studieren in Korea”]Es werden verschiedene Stipendienprogramme für ausländische Studierende von den einzelnen Hochschulen angeboten. Je nachdem welches Stipendium man bekommt und wie gut die Noten sind, decken die Programme zwischen 30% und 100% der fälligen Studiengebühr ab. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von staatlichen Stipendien, die sogar die Flugreise und die Lebenshaltungskosten decken können. Ein solches Regierungsprogramm ist z.B. das Global Korea Scholarship (GKS).
Liste der größten und beliebtesten Universitäten für internationale Studenten mit eigenen Stipendienprogrammen:
UniversitätWebsiteE-Mail
Korea Universitywww.korea.edu/dandylife@korea.ac.kr
Seoul National Universitywww.useoul.edu/snuadmit@snu.as.kr
Yonsei Universitywww.yonsei.ac.krysadms@yonsei.ac.kr
Ewha Womans Universitywww.ewha.ac.krenter@ewha.ac.kr
Liste der Stipendienprogramme der Regierung:
NameBewerbungWebsiteE-Mail
Ministerium für Bildung und PersonalentwicklungEnde November bis Mitte Februarwww.ied.go.kr
Koreanische Sprachtrainingsstipendien des AußenministeriumsEnde Juliwww.kf.or.kr
Stipendien der Korea Foundation für Studenten der KoreastudienJuli, Bekanntgabe im Februar des folgenden Jahreswww.kf.or.kr/language@kf.or.kr
The Korean Government Scholarship Program (KGSP)www.niied.go.kr

Für weitere Informationen zu den einzelnen Stipendien sollte man unbedingt die Website der Korea Tourism Organization besuchen! Außerdem bieten www.niied.go.kr und www.studyinkorea.go.kr eine gute Übersicht über die Stipendien der Regierung! Einige weitere, speziellere Stipendien, findet man ebenfalls dort.

Minijob in Korea

Wer kein Stipendium oder einen Austauschplatz bekommt, der kann seine Kosten mithilfe eines Jobs in Korea decken. Laut der Teilzeitbeschäftigungsbestimmungen des Justizministeriums für internationale Studenten, können Ausländer, die sich in einem Vollzeit Abschlussprogramm in Korea befinden, auf Teilzeit-Basis während des Semesters und unbefristet während der Sommer- oder Winterferien arbeiten. Teilzeit bedeutet, dass man maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten darf. Man muss dafür allerdings einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Empfehlungsschreiben eines Professors
  • Besitz eines internationalen Studentenstatus
  • D-2 Visa
  • Seit mehr als 6 Monaten (ein Semester) in einer Hochschule eingeschrieben

Wer diese Kriterien nicht erfüllt, ist leider von der Erlaubnis ausgeschlossen in Korea neben dem Studium arbeiten zu dürfen. Für mehr Informationen sollte man das International Student Office an der Schule oder die Investigation & Enforcement Division beim koreanischen Einwanderungsbüro zu Rate ziehen.

Nur diejenigen können Vollzeit arbeiten, die bestimmte Kriterien erfüllen oder professionelle Fähigkeiten besitzen. Diese Kriterien sind in den koreanischen Einwanderungsbestimmungen festgelegt. Vollzeit arbeiten dürfen Experten in folgenden Gebieten:

  • Universitätsdozenten (E-1)
  • Ausländische Sprachlehrer (E-2)
  • Forscher (E-3)
  • Technikassistenten (E-4)
  • Personen mit fachlichen Fähigkeiten (E-5)
  • Kunst- und Unterhaltungslehrende (E-6)
  • Speziell kreierte Aktivitäten (E-7)

Wahl der Universität

[eapi type=small keyword=3423211539]Bei der Wahl der Uni muss man zwei Dinge miteinander abwägen. Ist einem der Ruf der Uni wichtig, oder ist die kulturelle Erfahrung das Hauptziel? Die Elite-Universitäten bringen viel höhere Kosten mit sich und sind allgemein auf Massenbetrieb ausgelegt. Das Positive daran ist aber, dass man in einer riesigen Metropole studiert und somit auch viele Ausländer kennenlernt. Außerdem hat man erhöhte Chancen auf dem koreanischen Arbeitsmarkt, falls man sich dazu entscheidet nach dem Studium dort zu leben. Entscheidet man sich gegen eine Elite-Uni, dann kann man mit einer waschechten koreanischen Atmosphäre rechnen. Es ist nicht selten, dass man einer von nur fünfzig Ausländern an der Uni ist. Die kulturelle Erfahrung ist somit natürlich extrem groß.

Das allgemeine Niveau der Universitäten in Südkorea ist sehr hoch. Viele sind in den Top20 der besten Universitäten Asiens vertreten. Wer einen Überblick und weitere Informationen über die Unis haben möchte, der sollte sich die Liste der koreanischen Universitäten anschauen. Dort kann man auch mehr über die Platzierungen der Unis erfahren.

Die meisten koreanischen Unis besitzen eine englische Website, sodass es internationalen Studenten vereinfacht wird, sich einzuschreiben. Viele Unis haben darüberhinaus ein “International Office”, das für die Betreuung der Austauschstudenten zuständig ist. Außerdem erkennt man eine Internationalisierung der Studiengänge auch anhand der Kurse, die auf Englisch angeboten werden. Heutzutage liegt der Anteil dieser bei bereits 25%. Einige Universitäten – wie die Top-Uni KAIST (Korea Advanced Institute of Science and Technology) – haben ihren Unterricht schon komplett auf Englisch umgestellt. Eine Sprachbarriere für ausländische Studenten besteht also größtenteils nicht mehr. Die Internationalisierung der Universitäten zeigt sich ebenfalls daran, dass mehrere Universitäten in Südkorea einen neuen internationalen Campus eröffnet haben. Darunter ist auch die Yonsei University.

Das Wichtigste ist die Recherche vorab. Wie der Studiengang genau aufgebaut ist und welche Kurse angeboten werden, sollte bei verschiedenen Unis überprüft werden.  Letzteres ist vor allem für die Anrechnung an der Heimatuniversität relevant, falls man ein Austauschstudent ist.

Bewerbung

[eapi type=small keyword=1519211236] Koreaner müssen Einstellungstests für die Universitäten absolvieren. Für Ausländer entfällt dieser zugunsten eines individuellen Bewerbungsverfahrens. Als Studienvoraussetzung ist ein Abschluss von mindestens zwölf Jahren Schulzeit vorzuweisen. Bei kürzerer Schulzeit ist ergänzend ein Nachweis zu erbringen, dass man mindestens ein Jahr ein College besucht hat. Die Bewerbung richtet man direkt an die Universität seiner Wahl. Fristen sind in der Regel April für das Herbstsemester und Oktober für das Frühjahrssemester. Am besten sollte man aber direkten Kontakt zur Wunschuni aufnehmen, damit man sich nach Vorlesungsverzeichnis und Anmeldefristen erkundigen kann. Die Bewerbungsunterlagen variieren von Uni zu Uni. Erforderlich sind in den meisten Fällen folgende Dinge:
  • Abitur
  • Akademische Zeugnisse
  • Antragsformular
  • Empfehlungsschreiben
  • Lebenslauf
  • Nachweise der finanziellen Mittel (alle in Englisch)
  • Passkopie und Fotos
  • Studienplan
  • + Bearbeitungsgebühr von 50-100 Euro.
Wenn man sich für die Uni über ein Partnerschaftsprogramm bewirbt, dann entfallen die Gebühren. Ich hoffe die Tipps haben geholfen. Viel Erfolg!